Cold Brew selber machen: Unser Sommer-Rezept
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Cold Brew selber machen: Unser Sommer-Rezept
Kurzfassung: Cold Brew ist kein aufgegossener Eiskaffee. Er zieht kalt und lange und schmeckt dadurch süßer, weniger bitter, sehr rund. Hier kommt unser Rezept mit grobem Mahlgrad, richtigem Verhältnis und drei Varianten für heiße Tage.
Wenn die Temperaturen steigen, trinken wir zuhause kaum noch heißen Kaffee. Stattdessen steht bei uns eine große Kanne Cold Brew im Kühlschrank, die Grundlage für den ganzen Tag. Du brauchst keine Maschine, nur Bohnen, Wasser und Zeit.
Was Cold Brew wirklich ist
Cold Brew wird mit kaltem Wasser angesetzt und über viele Stunden extrahiert, nicht über heiße Brühtemperatur. Das ist der entscheidende Unterschied zum normalen Eiskaffee, bei dem heiß gebrühter Kaffee nur abgekühlt wird. Durch die lange, kalte Extraktion lösen sich andere Aromastoffe als bei 92 °C: weniger Bitterstoffe, weniger Säure, dafür mehr Süße und ein fast sirupartiger Körper.
Das ist keine Esoterik, sondern lässt sich messen. Die Specialty Coffee Association weist in ihren Brewing-Handbüchern darauf hin, dass Kaltbrühen die Wahrnehmung von Süße deutlich erhöht, ohne Zucker. Wer im Sommer einen „weichen" Kaffee will, der nicht auf den Magen schlägt, ist mit Cold Brew gut bedient.
Mehr zu den Unterschieden zwischen Brühmethoden findest du im Brühmethoden-Vergleich. Unsere aktuelle Empfehlung für Cold Brew: die Hausmischung, mittlere Röstung, bringt Schokolade und Nuss, was im Cold Brew wunderbar funktioniert.
Das richtige Verhältnis: 1:8 bis 1:12
Cold Brew wird konzentrierter angesetzt als heißer Filterkaffee. Üblich sind 1:8 bis 1:12, also 100 g Kaffee auf 800 bis 1200 ml Wasser. Das fertige Konzentrat verdünnst du vor dem Trinken mit kaltem Wasser oder Milch, je nach Geschmack.
Wir nehmen meist 1:10: konzentriert genug für Süße, aber nicht so dick, dass du beim Verdünnen rechnen musst. Drei Esslöffel Konzentrat auf ein Glas mit Eis und Wasser, fertig.
- 1:8 — sehr kräftig, Sirup-Konsistenz, ideal zum Verdünnen.
- 1:10 — Allrounder, süß und voll, unser Standard (unsere Empfehlung)
- 1:12 — leichter Sommerdrink, pur trinkbar.
Mahlgrad: grob, nicht fein
Der Mahlgrad entscheidet, ob dein Cold Brew klappt oder ob du eine trübe, bittere Suppe bekommst. Nimm grob, etwa wie grobes Mehl oder grobes Salz. Fein gemahlener Kaffee hat eine zu große Oberfläche, extrahiert zu viel und wird schnell muffig.
Praktisch: Wenn du eine Mühle mit Stufen hast, wähle eine Einstellung gröber als für French Press. Wer keine Mühle hat, bestellt b ei uns am besten im Mahlgrad French Press. Bei uns hat sich gezeigt: Bodos Blend Espresso, grob gemahlen, ergibt den klarsten Cold Brew mit intensiven Schoko Aroma.
Schritt für Schritt: So gelingt dein Cold Brew
Cold Brew braucht keine besondere Ausrüstung. Eine Kanne, ein Filter, kaltes Wasser, grob gemahlener Kaffee. Die Zubereitung läuft von selbst, während du schläfst oder arbeitest.
- Grobes Mahlgut in ein Gefäß geben (Glaskanne, Mason Jar, French Press).
- Kaltes, gefiltertes Wasser im Verhältnis 1:10 dazugeben. Einmal umrühren, damit alle Bohnen nass sind.
- Abdecken und ab in den Kühlschrank. 18 Stunden ziehen lassen. Bei 18 Stunden, finden wir ihn perfekt. Kürzer wird er zu wässrig und länger kommen langsam zu viele Bitterstoffe die wir nicht haben wollen.
- Abseihen durch einen Kaffeefilter, ein Nylonsieb oder die French Press herunterdrücken.
- In eine saubere Flasche füllen. Im Kühlschrank hält sich das Konzentrat locker eine Woche.
Ziehzeit: bis 18 Stunden im Kühlschrank
Kurz: Cold Brew gehört in den Kühlschrank, nicht auf die Fensterbank. Im Kühlschrank passiert nichts außer langsamer, sauberer Extraktion. Perfect Daily Grind hat das in mehreren Tests bestätigt: 18 Stunden bei 4 °C ergeben das ausgewogenste Ergebnis.
Länger ist nicht besser. Nach 24 Stunden werden die Aromen erdig, bitter und das ganze wird zu flach. Wenn dein Cold Brew muffig und zu bitter schmeckt, war er zu lange dran oder zu fein gemahlen, nicht die Bohne war schlecht.
Drei Varianten für heiße Tage
Pur schmeckt Cold Brew schon gut. Mit kleinen Zutaten wird aus dem Alltag ein kleines Ritual. Drei Varianten, die wir im Sommer durchprobieren, alle mit dem 1:10-Grundrezept.
- Mit Zitrone: Eine Scheibe Zitrone ins Glas, fertig. Hebt die Süße, sehr erfrischend.
- Mit Vanille: Ein Schuss Vanilleextrakt oder eine aufgeschlitzte Vanillestange mit ins Konzentrat. Wirkt Wunder bei schokoladigen Bohnen.
- Mit Hafermilch: Cold Brew und Hafermilch passen zusammen. Die natürliche Süße der Hafermilch verstärkt die Karamellnoten.
Lagerung und Haltbarkeit
Das fertige Konzentrat hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche, in einer gut verschlossenen Flasche auch mal zehn Tage. Eingefroren in Eiswürfelbehältern hält es sich monatelang und schmeckt nach dem Auftauen praktisch unverändert.
Sprudge hat in einem Tasting-Vergleich genau das festgestellt: eingefrorener Cold Brew verliert kaum Aromen, solange die Würfel luftdicht verschlossen bleiben. Praktisch vor allem, wenn du größere Mengen auf Vorrat produzierst. Einmal im Monat 2 Liter ansetzen, in Würfeln einfrieren, bei Bedarf zwei bis drei Stück in ein Glas mit Milch geben. So hast du jederzeit frischen Cold Brew parat, ohne jeden Tag neu zu brühen.
Quellen
- Specialty Coffee Association: Cold Brew Extraction & Sensory Research (2023)
- Perfect Daily Grind: The Science of Cold Brew, Time, Temperature, Grind Size (2022)
- Sprudge: Cold Brew Fundamentals and Storage Best Practices (2021)
Probier's aus
Theorie ist gut, Geschmack entscheidet. Unser Bodos Blend Espresso eignet sich perfekt für deinen ersten Cold Brew: dunklere Röstung, schokoladig, nussig, genau das, was in der Tasse warm aber auch kalt als Cold Brew schmeckt.